Kopfleiste überspringen
AA

Masern Zu­samm­en­fass­ung

Einführung

Das Masern oder Morbillivirus gehört zur Gattung der Paramyxoviren. Zu dieser Gattung gehören under anderem die Parainfluenzaviren, das Mumpsvirus und die RS- Viren (respiratorische Synzytialviren). Die Haupterkrankungen umfassen Atemwegsinfekte (Parainfluenza- Mumps- RS- Viren), Entzündungen der Speicheldrüse und anderer drüsiger Organe (Mumps). Weiters Hautinfektionen (Masernexanthem) sowie ZNS- Infektionen (Zentralnervensystem: Masern, Mumps)

Die Diagnose erfolgt aus der Isolierung von Rachenmaterial sowie aus Blutuntersuchungen.

Zur Vorbeugung kann man sich gegen Masern und Mumps impfen lassen (abgeschwächter Lebendimpfstoff). Gegen RS- Viren und Parainfluenzaviren gibt es keine Immunvorbeugung.

Das Masernvirus ist weltweit verbreitet und der einzige Wirt ist der Mensch. Die höchste Sterblichkeit findet sich bei Kindern unter 2 Jahren, sowie bei Erwachsenen.

Besonders gefürchtet ist die in der Altersgruppe der 1- 4- jährigen mit einer Häufigkeit von ca. 1 pro 1700 bis 1 pro 3.300 Erkrankungsfälle und erst Jahre nach der Infektion auftretende subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE:- Entzündung des Gehirnes inklusive Gehirnhaut), die immer tödlich verläuft.

Krankheitsverlauf und Krankheitsbild

Das Masernvirus ist hochansteckend und wird über Tröpfcheninfektion verbreitet. Patienten sind bereits 1- 2 Tage vor bis 4 Tage nach Auftreten der Hauterscheinungen (Masernexanthem) infektiös. Die höchste Infektiösität besteht im Anfangsstadium. Die Viren dringen über den Atemtrakt in den Körper ein, wo sie über die Blutbahn die lymphatischen  (Abwehr) Organe erreichen, und vor allem die weißen Blutkörperchen befallen. Von dort aus kommt es zur Infektion der Haut, des Atemtraktes sowie der inneren Organe. Masernviren werden in dieser Phase auch über den Harn ausgeschieden.

Koplik´sche Flecken der Wangenschleimhaut entstehen aufgrund einer Abwehrreaktion der Mundschleimhaut. Weiters führt die Infektion des Atemtraktes zu starken Husten sowie zu einem ausgeprägten Schnupfen. Manchmal kann es zu Kruppsymptomen sowie Bronchitis und Lungenentzündung kommen.

Durch den viralen Schaden kann es zu bakteriellen Sekundär (Zweit)- Infektionen kommen, wie z.B.: bakterielle Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung.

Das Auftreten der Koplik´schen Flecken gilt als Krankheitsbeweisend (sind aber nicht immer vorhanden). Ebenfalls kann es zu einer Entzündung und Rötung des weichen Gaumens kommen.

Auch eine Bindehautentzündung mit starkem Augentränen sowie vermehrter Nasensekretion ist krankheitszeichnend. Die Körpertemperatur kann bis auf über 40°C ansteigen. Dies kann vor allem in der Anfangsphase mit einer Influenzainfektion verwechselt werden. Knapp nach Auftreten der Koplik´schen Flecken beginnt das Masernexanthem (3.- 7. Tag nach Infektion). Die charakteristischen bräunlich- rosafarbenen Flecken beginnen im Gesicht und hinter dem Ohr, breiten sich auf den Stamm und Extremitäten aus und zeigen sich auch an Hand- und Fußflächen. Dies ist der Höhepunkt der Erkrankung. Danach blassen die Hauterscheinungen ab. Eine braune Hautverfärbung und Abschuppung können später auftreten. Das Fieber klingt üblicherweise am 4. Tag ab. Länger anhaltendes Fieber spricht für einen komplikativen Verlauf (Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Erkrankung des ZNS).

Die Diagnose wird durch Labortests mittels Rachen und Nasenabstrichen sowie Blutuntersuchungen gestellt.

Die Therapie ist symptomatisch und beinhaltet fiebersenkende Maßnahmen.

Im Hinblick auf die Unterbrechung der Übertragungskette dürfen Erkrankte, möglicherweise Erkrankte sowie Kontaktpersonen nicht im Lehr-, Erziehungs-, Pflegebereich etc. tätig sein, bis ein ärztliches Attest die Erkrankung für nicht mehr vorhanden oder ausgeschlossen (bei vollständiger Impfdokumentation oder schützendem Antikörpertiter) feststellt. Frühestens 5 Tage nach Ausbruch des Exanthems dürfen Gemeinschaftseinrichtungen besucht werden. Empfängliche Personen, die im gemeinsamen Haushalt Kontakt mit einem Masernfall hatten, dürfen bis 14 Tage nach der Exposition Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen, außer wenn ein dokumentierter Impfschutz besteht, eine postexpositionelle Impfung durchgeführt wurde oder eine früher abgelaufene Erkrankung ärztlich dokumentiert ist. 
Bei Masernausbruch (auch wenn es nur ein Einzelfall ist) ist in jedem Fall sofort innerhalb von 24 Stunden Kontakt mit der lokalen Gesundheitsbehörde aufzunehmen, wobei jeder Erkrankungs-, aber auch schon ein Verdachtsfall zu melden ist. Abriegelungsimpfungen auf Anweisung der lokalen Gesundheitsbehörde können angeordnet werden.


Dr. Luidold Markus | Schularzt der Volksschule Gröbming

Dr. Luidold Markus

Für weitere Informationen und Fragen steht das Schularztteam gerne zur Verfügung.

Diese Webseite verwendet Werkzeuge, um das Besucherverhalten zu analysieren. Dazu werden auch Cookies eingesetzt. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung zu. Datenschutzinformationen